Mittwoch, 15. Mai 2019 - 5:29

"Adler" bleibt in unsicherem Zustand

Geringe Aufenthaltsqualität // keine kurzen Wege // keine Radwege geplant

Leipzig, 15.05.2019. Die Leipziger Verkehrsbetriebe planen in Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig den Adler im Jahr 2020 barrierearm umzubauen.
Fast 2 Jahre begleitet der ADFC Leipzig diesen Planungsprozess nun schon kritisch. Leider bemerkenswert - an den Kritikpunkten hat sich im gesamten Planungsprozess nichts geändert:

  1. Eine Straßenbahnhaltestelle in der östlichen Antonienstraße ist nur dann für alle Verkehrsteilnehmenden sicher nutzbar, wenn in die stadtauswärtige Richtung die Anzahl der Fahrspuren auf eine Fahrspur verringert wird. Hält man an zwei Fahrspuren je Richtung fest, so soll die Straßenbahnhaltestelle westlich des Adlers errichtet werden (dort wo heute die Bushaltestelle der Linie 60 ist). Durch die Lage der stadtauswärtigen Straßenbahnhaltestelle vor der Schule am Adler erreichen die Schülerinnen und Schüler ihr Ziel ohne den Knoten mehrmals kreuzen zu müssen.
  2. Obwohl bis zum 1. Januar 2022 alle Straßenbahnhaltestellen barrierefrei sein sollten, wird trotz der umfangreichen Baumaßnahme die Haltestelle Adler nur teilweise barrierefrei. In der Dieskaustraße wird keine barrierefreie Haltestelle errichtet. Diese kommt erst mit der mehrjährigen Baumaßnahme Dieskaustraße.
  3. Obwohl die Antonienstraße Bestandteil des qualifizierten Netzes für den Radverkehr ist, sind keine Radverkehrsanlagen vorgesehen. Der ADFC Leipzig sieht das kritisch, da die Antonienstraße im entsprechenden Abschnitt mit 18.000 bzw. 22.000 Kfz/Tag belastet ist. Kinder ab dem 10. Lebensjahr müssen auf der Fahrbahn fahren. Das gilt dann auch für die Schülerinnen und Schüler der Schule am Adler.
  4. Es wurde nichts unternommen, um die Komplexität des Adlers zu verringern. Der ADFC hatte vorgeschlagen, dass man wenigstens die Windorfer Straße für den Kraftfahrzeugverkehr abhängt und auf diese Weise dafür sorgt, dass nach den insgesamt herben Einschnitten für den Fußverkehr und die Aufenthaltsqualität wenigstens ein kleines Zugeständnis in Richtung derer gegeben wird, die an diesem „Unort“ zu Fuß gehen bzw. dort verweilen.



Ansprechpartner
Matthias Koss

Der Adler soll 2020 umgebaut werden.

Anhang

2019-05-15_pm_adler.pdf (48.8 KB)