Grüne Kulturstadt der Halloren - ein Tourenbericht.

Glück auf, liebe Radfreunde. Unser Tourenleiter Jürgen Heimbucher nimmt uns mit auf seine spannende Tour zur Nachbarsmetropole Halle, die er am 8. August gemeinsam mit 13 Radfahrer*innen per Rad von der Wasserseite erkundete.

Halle ist regelmäßig Ziel oder Start Leipziger ADFC-Radtouren und (von Markt zu Markt) nur 32 km Luftlinie entfernt. Vielseitige Kulturangebote werden meist per Bahn oder Auto besucht. Am 08. August 2020 galt es, „Halle per Rad“ flußnah zu erkunden. Radstadtplan sowie ein informativer Flyer (z.Z. leider vergriffen) helfen dabei. An Parthe, Neuer Luppe, Elster und Saale radelten 13 Leipziger*innen bei über 35°C ohne Gegenwind ca. 44 km bis zur Saline nahe der Altstadt. Bis zur Wehlitzer Brücke spendete der Auenwald etwas Schatten und der sonnige, aber gut ausgebaute Radweg auf den Deichen bis Lochau wurde zügig gefahren. Von Osendorf bis zur Rabeninselbrücke haben Elster- und Saaleradweg Entwicklungspotential. Ab Rabeninsel ging es naturnah durch geschützten Auenwald und die Possendorfer Wiesen mit Altem Elektrizitätswerk (heute Autohaus) und den Baustellen Gasometer (zu einem Planetarium) und Brauerei am anderen Ufer (zu hochwertigen Wohnungen). Am technischen Denkmal der Saline vorbei erreichten sie das ehemalige Gesellschafts- und Pionierhaus auf der Peißnitzinsel zur Einkehr gegen den Durst. Erholt folgte ein Abstecher in die Dölauer Heide. Die Konversion der Kasernen an der Heideallee ergänzt den Unicampus auf dem Weinberg. Vorbei an der Traditionsgaststätte Waldkater, dem Kolkturmberg und den Eigenheimen Heide Süd und ging es zurück zur Schwanenbrücke.

Der naturnahe Radweg an den Weinbergwiesen mit leider trocken gefallenen Wasserflächen verbindet die Neustadt mit der Altstadt und ist zugleich Saale-Harz- sowie Himmelsscheibenradfernweg. Ein schöner Radweg an der Wilden Saale führt zum Giebichenstein. Die Stahlbetonbrücke ersetzte eine die Landschaft störende Stahlfachwerkkonstruktion und zählt zur Straße der Moderne „100 Jahre Bauhaus“. Die Sage zur Flucht Ludwig des Springers (oder Saliers) durch Sprung vom Giebichenstein ist zu schön, um sie zu vergessen. Der (100 % reservierte und wegen Hitze noch fast leere) Biergarten im Krug zum Grünen Kranz bot eine Mittagseinkehr und gestärkt ging es an das andere Saaleufer zum Eichendorff-Denkmal von Bernd Göbel (eingeweiht im November 2019). Die Bronzefigur zeigt den Romantiker als Jüngling mit Badetuch, der als Student 1805/06 gern in der Saale schwamm. Sein Gedicht „Bei Halle“ wurde vertont und die Hallenser spendeten für das Denkmal. Am Riveufer mit Villen und Kletterfelsen mitten in der Großstadt erreichten sie die Ziegelwiese zum Baden in der Saale. Flussnah radelten sie an der Würfelwiese zur Mühlpforte und in die Altstadt. Knapp 3 km führen durch die ältesten Stadtteile  mit Moritzburg und Leopoldina, Eis-und Kaffeeeinkehr in der Kleinen Ulrichstraße, Händelhaus, Markt mit Marktplatzverwerfung, Hallmarkt mit Brunnen von Bernd Göbel und Alter Markt mit Moritzkirche, Beatles-Museum und Eselbrunnen. Nach einem Abstecher zu den Franckeschen Stiftungen mit historischem Waisenhaus, barocker Schulstadt und modernem Netzwerk unterschiedlichster Bildungsträger erreichten sie ohne Panne und Dehydrierung nach insgesamt ca. 65 km und 348 Höhenmeter den Hauptbahnhof zur S-Bahn S5 17:14 Uhr nach Leipzig.

Danke an Steffen Lippert für die Fotos.

zuletzt aktualisiert: 29.08.2020 - 10:33
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