Große Diversität beim Fahrradparken

Dieser Blogbeitrag soll am Beispiel der Chemnitzer Innenstadt aufzeigen, weshalb es notwendig ist für das Fahrradparken sowohl ein Konzept als auch eine klare stadtgestalterische Regelung zu treffen. Von AJ
Blick über den Rosenhof in Richtung Markt

Chemnitz ist mit ca. 245.000 Einwohner*innen die kleinste der drei sächsischen Großstädte. Während das Rad fahren in Leipzig und Dresden in den letzten 25 Jahren stark zugenommen hat, verharrt der Radverkehrsanteil in Chemnitz bei ca. 5%.

Mit einer Ausdehnung von 500x800m ist die Chemnitzer Innenstadt ungefähr so klein wie die Leipziger Innenstadt. Die Innenstadt wird in beiden Städten von einem Ring umschlossen, der massiv durch Autoverkehr gepgrägt ist - in Chemnitz sogar noch schlimmer als in Leipzig. Die Chemnitzer Innenstadt ist vollständig für den Radverkehr frei gegeben, sodass auch mit dem Rad bis direkt zum Ziel in der Innenstadt gefahren werden kann. Entsprechend hat man sich auch auf die Radfahrende Kundschaft eingestellt - wenn auch offensichtlich nicht abgestimmt. Auffällig sind auch die vielen (kostenlosen) Sitzgelegenheiten. Die Begrünung erfolgt fast ausschließlich durch Kübelpflanzen.

Die Chemnitzer Innenstadt bietet eine sehr hohe Diversität an Fahrradparkmöglichkeiten - die unterschiedlichen Laternen und Verkehrsschilder nicht mitgezählt. Im Folgenden soll eine Auswahl der unterschiedlichen Typen präsentiert werden.

Fahrradbügel

In Leipzig hat man sich über die Jahre auf den Leipziger Bügel (Anlehnbügel aus Edelstahl) festgelegt. In Chemnitz scheint man situativ zu entscheiden, welcher Bügel aufgestellt wird.

Fahrradparker mit Felgenklemmung und Anschließmöglichkeit am Rahmen

Der klassische Felgenkiller

Meist zu Werbezwecken und aus Unwissenheit wird der Felgenkiller gern unter dem Motto "Wir haben auch an die Radfahrenden gedacht" aufgestellt. Wer den Felgenkiller allerdings nutzt, sollte stets im Hinterkopf haben, dass das Rad Schaden nimmt. Ungünstig ist zudem, dass das Fahrrad nicht mit dem Rahmen angeschlossen werden kann, sodass ein Diebstahl relativ einfach ist. Nicht selten sieht man später nur noch das angeschlossene Vorderrad, wo einst ein funktionstüchtiges Fahrrad parkte.

Fazit

Möchte man das Rad fahren attraktiver machen und den öffentlichen Raum für alle Menschen attraktiv gestalten, kommt man nicht umhin eine Regelung zu treffen, die klar vorgibt, was erlaubt ist und was nicht. Wenn jedes Unternehmen selbst entscheidet, muss man am Ende leider feststellen, dass man das Kriterium  "Gut gemeint" sicherlich erfüllt hat, aber bei "Gut gemacht" weitestgehend versagt hat. Damit ist weder dem Radverkehr gedient, noch hat man eine Aufwertung für den öffentlichen Raum geschaffen. Dieser wird als Werberaum wahrgenommen und durch die vielen unterschiedlichen Typen entsteht eine Unruhe, die nicht sein muss. Werden feste Anlehnbügel installiert, hat man zudem für die Radfahrenden auch Sicherheit in mehrfacher Hinsicht geschaffen. Zum Einen, da sie gegen Diebstahl sicherer sind, zum Anderen weil stets unklar bleibt, ob die Unternehmen nicht am Abend ihre "Werbeaufsteller mit Radparkmöglichkeit" Abends wegräumen, weil sie Angst haben, dass ihnen ihre Werbeaufsteller beschädigt oder geklaut werden könnten.

zuletzt aktualisiert: 11.04.2018 - 16:17
Fahrradparken, Chemnitz, Felgenkiller

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