Radschnellwege in Westsachsen

Mit dem Beschluss des Bundesverkehrswegeplans 2030 werden erstmals auch Bundesmittel für Radschnellwege zur Verfügung gestellt.
Auf dem Elsterradweg kurz nach der Sanierung 2015: Hier lässt es sich sehr gut Rad fahren

Radschnellwege sind qualitativ hochwertige Radwege in Asphaltbauweise, die möglichst kreuzungsfrei, umwegearm und mindestens 4 m breit wichtige Zentren miteinander verbinden. Radschnellwege sind mindestens 4 km lang und werden im Schnitt von mehr als 2.000 Radfahrenden pro Tag genutzt. Ziel ist es, möglichst viele Pendler vom Auto weg aufs Fahrrad zu bewegen. Für die Region Leipzig sind beim Bundesverkehrsministerium zwei Radschnellwege angemeldet. Der Metropolradweg Halle – Leipzig – Markkleeberg sowie der Elsterradweg von Markkleeberg nach Leipzig-Wahren. Leipzig hatte laut Statistischem Quartalsbericht I/2017 im Jahr 2016 täglich ca. 96.000 Einpendler, darunter rund 60.000 aus Sachsen und rund 20.000 aus Sachsen-Anhalt. Aus dem 40 km entfernten Halle (Saale) pendeln täglich fast 5.000 Sozialversicherungspflichtige ein, mehr als 3.500 pendeln von Leipzig nach Halle. Die Zahlen sind mit denen der Pendlerverflechtung Leipzig – Markkleeberg nahezu identisch. Ob das Potential letztlich ausreichend ist, um ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis zu erzielen, wird man erst nach der Variantendiskussion und der daraus resultierenden Kostenrechnung wissen. Hierfür bedarf es allerdings erst einmal eines Konzeptes und das müsste auch von den Ländern finanziert werden. Sachsen-Anhalt hat das bereits zugesagt, das Verkehrsministerium des Freistaates Sachsen hatte zwar auch eine Finanzierung in Aussicht gestellt, jedoch später eine Absage erteilt. Aktuell prüft das Innenministerium, ob es die Finanzierung übernehmen kann/wird. Der Bund hat derweil begonnen, Gelder für die Realisierung von Radschnellwegen zu bewilligen bzw. den Ländern ihre Anteile auszuzahlen. Da es in Sachsen jedoch noch keine umsetzbare Planung gibt, steht mal wieder die Frage im Raum: Was passiert mit den Bundesmitteln?

Alexander John

Der Beitrag erschien im aktuellen Reflektor (Herbst 2017)

zuletzt aktualisiert: 02.11.2017 - 1:26
Radschnellweg, Finanzierung, Radverkehrsförderung

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