Eine mögliche Verkehrswende für die Jahnallee

Das Experiment „protected bike lane“

Für die Leipziger Fahrradfahrer*innen rollt der Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. gemeinsam mit dem ADFC Leipzig den roten Teppich aus. Eine Autospur der Jahnallee, stadteinwärts auf dem Ranstädter Steinweg wird Schauplatz einer möglichen Verkehrswende. #MehrPlatzfürsRad

Im Rahmen der bundesweite Kampagne "Mehr Platz fürs Rad" setzen wir als ADFC Leipzig auf ein Umdenken in der Verkehrsplanung und zeigen gemeinsam mit dem Ökolöwen neue Möglichkeiten auf, um Radfahrende und Fußgehende mehr zu schützen. Zum Nachhören der Aktion gibt es auch im Interview mit Radio Blau und dem Vorsitzenden Robert Strehler vom 08. Mai 2020 einige Einblicke. 

Foto (c) Anne-Katrin Hutschenreuter

„Wir wollen diese Strecke als wichtiges Element des Hauptradnetzes in eine für Radfahrerende sichere, bequeme und zügige Verbindung umwandeln, das heißt, der Radweg soll mindestens als Radschutzstreifen abmarkiert sein oder lieber noch mit dem Bordstein abgetrennt vom Kfz-Verkehr, als sogenannte ‚protected bike lane’, gekennzeichnet sein. Zwischen dem Zentrum und Leipziger Westen ist die Jahnallee eine Hauptverbindung für den Radverkehr. Momentan teilen sich die Radfahrenden und Fußgehenden den Fußweg, was für beide Gruppen unsicher ist und in Coronazeiten außerdem nicht die Anforderungen des Abstandhalten erfüllt“, so Rosalie Kreuijer, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Leipzigs und setzt auf ein zukünftiges Umdenken in der Verkehrsplanung.

Mit den freundlichen Worten „Die Spur ist nur für dich!“ oder „Rauf mit dir!“ schicken der Ökolöwe und der ADFC Leipzig die noch verwunderten Radfahrer*innen auf die geschützte Radspur Richtung Innenstadt. Die Freude ist groß und wird mit einer Dankesgeste quittiert. Weitere positive Nebeneffekte sollen mit einer umgewandelten Radspur erzielt werden, so Kreuijer. So könnte zum Beispiel eine Verschmälerung der Autospur am Ranstädter Steinweg, eine bekannte Gefahrenstelle, sowie ein Tempo 30-Limit in Zukunft tragische Unfälle verhindern und gleichzeitig den Einstieg zur Haltestelle Leibnizstraße für Fußgehende erleichtern.

Außerdem hat in der Fortschreibung des Lärmaktionsplans der Stadt Leipzig die angrenzende Strecke der inneren Jahnallee eine höchste Priorität bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Minderung des Verkehrslärms durch Kfz und Straßenbahn erhalten (siehe Lärmaktionsplan der Stadt Leipzig (link is external), 1. Fortschreibung, Seite 27). Ein geförderter Radverkehr, sowie ein Tempo 30-Limit könnten nicht nur zur Lärmminderung in der Jahnallee beitragen, sondern auch die hohe Feinstaub- und Stickoxidbelastung durch den geballten Verkehr beheben (siehe Luftreinhalteplan für die Stadt Leipzig (link is external), Fortschreibung 2018, Seite 31/45, Hotspotstraße der Luftbelastung).

„Eine lebenswerte Stadt zeichnet sich durch kurze Wege für Radfahrende und Fußgehende aus. Diese Strecke ist ein Musterbeispiel dafür, was momentan noch verbessert werden kann in der Einteilung des öffentlichen Raums. Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn Menschen freiwillig und gerne aufs Rad umsteigen, weil es angenehme Radwege gibt mit viel Grün und wenig Lärm, oder wenn Menschen durch angenehme öffentliche Räume gern mehr Wege zu Fuß zurücklegen.“, so Kreuijer.

11.05.2020 - 12:05

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