Podiumsdiskussion am 21.01.

Die OBM-Kandidatinnen stellen sich vor

Am 2. Februar 2020 wird es in Leipzig wieder spannend: Bleibt Burkhard Jung Oberbürgermeister - oder ist es Zeit für eine Oberbürgermeisterin? Dieser Frage stellten sich die diesjährigen Leipziger OBM-Kandidatinnen zur Gesprächsrunde mit offenem Diskurs.

Leipzig, 22. Januar 2020. Der ADFC Leipzig und die Frauenkultur e.V. luden vergangenen Dienstag zur Gesprächsrunde ein. Es ging unter anderem darum, was die Kandidatinnen für die Radfahrenden in der Stadt erreichen wollen und warum es wichtig ist, mehr Frauen in Führungspositionen zu sehen. Diesen Fragen stellten sich die vier Kandidatinnen, moderiert von Avery Heinemann (Bundesfreiwilligendienstleistende) und Rosalie Kreuijer (stellvertretende Vorsitzende ADFC Leipzig). Es diskutierten Franziska Riekewald (OB-Kandidatin der Linke), Katharina Krefft (OB-Kandidatin Bündnis 90/Die Grünen), Ute Elisabeth Gabelmann (OB-Kandidatin der Piratenpartei/Humanisten/ÖDP) und Katharina Subat (DIE PARTEI).

Schon zu Beginn wird ersichtlich, dass sich alle Kandidatinnen mit ihrer parteilichen Ausrichtung für eine Verkehrswende und aktive, radaffine Verkehrspolitik aussprechen. „Wir müssen tatsächlich dafür sorgen, dass die Verkehrswende nicht als Selbstzweck gesehen wird, sondern dass wir als Leipzig unseren Anteil daran tragen. Das heißt konkret, dass wir vom Auto weg aufs Rad umsteigen müssen“, so Franziska Riekewald. Die Sitznachbarin Katharina Krefft stimmt in diesen Tenor mit ein: „Wenn wir eine gute Mobilitätswende in unserem Leipzig haben wollen, dann benötigen wir eine Fahrrad- und Umwelt-fokussierte Politik. Das heißt, für den Sprung zu einer grünen Mobilitätswende brauchen wir den Schwung in der gesamten Verwaltung. Mehr Personal. Mehr Geld und vor allem Wille“. Ute Elisabeth Gabelmann hingegen spricht sich für Diagonalqueren, sprich „Alle-gehen“-Kreuzungen aus, eine besondere Form der Alles-Rot-Schaltung, bei der es Fußgehenden und Radfahrenden ermöglicht wird, konfliktfrei zu passieren. Für eine flächendeckende Verkehrsberuhigung mit Tempo 30 setzt sich Katharina Subat ein. „Es muss gezeigt werden, dass die Fahrradfahrenden wichtig sind“, so Subat.

Konkreter wird es mit den Fragen nach den ersten Maßnahmen, die getroffen werden sollten. So spricht sich Franziska Riekewald für das 365€-Ticket und einen kostenlosen ÖPNV für alle unter 18-Jährigen aus, um allen Leipzigern und Leipzigerinnen gerecht zu werden und auch die Stadtränder anzubinden. Auf einen Wohlfühlfaktor im Straßenverkehr setzt auch Katharina Krefft und will in Zukunft alle Altersklassen vom Fahrrad überzeugen. Eine weitere Maßnahme wäre zudem die Umsetzung von fahrraddominierten Quartieren, um Konflikte zu vermeiden. Ute Elisabeth Gabelmann hingegen setzt auf Begegnungen und ein „Shared-Space“-Modell, bei dem sich alle Teilnehmenden bewusst begegnen. Die fehlenden und plötzlich endenden Radwege im Bereich des innerstädtischen Rings stoßen Katharina Subat negativ auf. Den Ausbau einer zusätzlichen Radspur würde Subat über eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung finanzieren.

Bevor Franziska Riekewald und Katharina Krefft die Diskussionsrunde wahlkampfbedingt früher verlassen, widmet Rosalie Kreuijer den verbleibenden Minuten das Thema „Frauen in der Politik“ und mehr Sichtbarkeit in Führungspositionen. Gegenseitige Unterstützung, Mut, Wertschätzung und Empowerment dürfen keine Fremdworte sein, appellieren die Kandidatinnen. Die verkehrspolitischen Ideen und parteilichen Maßnahmenkataloge der Rednerinnen stehen in den Startlöchern, jetzt entscheidet die Wahl am 2. Februar oder der eventuelle 2. Wahlgang am 01. März über den Ausgang.

Ansprechpartnerin: Rosalie Kreuijer
rosalie.kreuijer@adfc-leipzig.de

Foto © Anne-Katrin Hutschenreuter

25.01.2020 - 12:22

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