Keine gute Lösung

Fahrrad-Tunnel am Equipagenweg

Der ADFC Leipzig lehnt die vom Stadtrat Markkleeberg beschlossene Unterführung der Bahnlinie ab.

Auf dieser eingleisigen Strecke kommt nicht mal stündlich ein Zug vorbei, so dass ein beschrankter Bahnübergang für einen sicheren Verkehrsablauf ausreichend wäre. Dass eine solche Lösung funktioniert, zeigt an derselben Strecke der Bahnübergang zum Teilungswehr. Aus diesem Grunde hatte die DB ursprünglich auch am Equipagenweg einen Bahnübergang mit Vollschranken geplant.

Mit Aussicht auf geringere Betriebskosten für die DB Netz AG erfolgte jedoch 2012 die Festlegung auf eine - damals deutlich breitere - Tunnellösung. Angesichts 100%iger Förderung durch den Bund wurden die Mehrkosten von ca. 3 Mio. Euro sowie die bei der Planung zutage tretenden Nachteile jedoch nebensächlich. Die Vorhabenträger kauften sich so auf Kosten der künftigen Nutzer, der flächenabgebenden Anlieger und der zahlenden Allgemeinheit von weiteren Überlegungen frei.


Eine mit Rampen und Treppen ausgestattete Tunnellösung hat aber für Fußgänger und Radfahrer grundsätzliche Nachteile gegenüber einer ebenerdigen Querung. Darüber hinaus weist die Planung erhebliche Schwächen auf. Die Unterführung wird nun so schmal, dass Ausweichen oder Überholen auf 120 Meter Länge kaum möglich sein werden. Da an beiden Ausfahrten die Vorfahrt zu beachten sein wird, wird es bei starkem Radverkehr zu Rückstaus kommen. In der engen Steigung mit 6% gelingt dann beispielsweise das Wiederanfahren nicht jedem. Man denke nur an Radfahrende mit Anhängern, Tandems und kleinere Kinder mit eigenen Rädern. Schiebepassagen, Stress für alle Beteiligten, aber auch Rempeleien durch Nachdrängende und Schlimmeres sind absehbar.

Bei der Planung wurden die einschlägigen Vorschriften für den Bau von Radverkehrsanlagen und das Entwicklungspotential nur unzureichend beachtet. Auch der ADFC-Vorschlag, durch eine flachere Bahnbrücke die Tunnellänge und damit die Kosten deutlich zu reduzieren und zugleich an den Zufahrten Platz zu gewinnen, fand keinen Widerhall.

Bereits heute nutzen in Spitzenzeiten mehr als 1.200 Radfahrende pro Stunde diese Route. Das Verkehrsaufkommen wird hier, auf dem künftigen Radschnellweg zwischen Leipzig und Markkleeberg, noch wesentlich zunehmen. Ein entsprechend breiter und sicherer Ausbau mit einem beschrankten Bahnübergang ohne Nadelöhr wäre dafür ein leistungsfähiger und kostengünstiger Auftakt. Leider hat die Stadt Markkleeberg diese Chance vertan. Mit den Ausgaben für den Tunnel hätte man fast den gesamten Radschnellweg bis in die Leipziger City bauen können.

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12.03.2018 - 2:44

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