Von Fahrraddiebstahl, Winterdienst und Falschparkern

Fahrradklima in Leipzig nicht verbessert

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Ende 2016 die Radfahrerinnen und Radfahrer aufgerufen, die Qualität des Radfahrens im Alltag zu bewerten.

In der Kategorie „Städte mit mehr als 200.000
Einwohnern“ konnte Leipzig gegenüber 2014 zwar seinen Platz unter den TOP 10 verteidigen. Muss den Titel „fahrradfreundlichste Großstadt im Osten Deutschlands“ allerdings an Rostock abtreten, da Leipzig erneut nur auf dem 9. Platz landete, Rostock mit etwas besserer Bewertung hingegen auf Platz 8.

Leipzigs Stärken beim Radverkehr
Leipzigs Stärken beim Radverkehr liegen in der Erreichbarkeit
des Stadtzentrums (2,1), der Möglichkeit zügig mit dem Rad
voranzukommen (2,4) und der Öffnung der Einbahnstraßen für
den Radverkehr in Gegenrichtung (2,5).
Die leichte Verschlechterung in den Bewertungen zeigt auch, dass sich die Anforderungen an die Infrastruktur erneut erhöht haben. In Leipzig hat trotz vieler positiver Einzelmaßnahmen seit dem letzten Fahrradklima-Test 2014 der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur nicht mit der deutlich steigenden Nachfrage mithalten können. Der Radverkehr in Leipzig nimmt im Moment nicht wegen, sondern trotz der städtischen Radverkehrsförderung zu.

Leipzigs Schwächen im Radverkehr
Leipzigs größte Schwächen liegen aus Sicht der Befragten im
Bereich Fahrraddiebstahl (5,3), beim mangelnden Vorgehen
gegen Falschparker auf Radwegen (5,0), beim weitestgehend
fehlenden Winterdienst (4,8) und bei der Führung des
Radverkehrs an Baustellen (4,5).


Der Fahrradklima-Test 2016 gibt auch eine Stimmung wieder, die allen Akteuren in Politik und Verwaltung zu denken geben sollte:
Der Themenkomplex Sicherheit des Radverkehrs in Leipzig wird im Mittel mit der Schulnote 4,1 bewertet, was gegenüber 2014 nochmals eine leichte Verschlechterung darstellt. Hier muss trotz aller Bemühungen der letzten Jahre mehr für die Verkehrssicherheit der Radfahrenden in Leipzig getan werden. In der Auswertung wurden dabei Konflikte mit dem Kfz-Verkehr und Fußgängern, das Fahren im Mischverkehr und das allgemeine Sicherheitsgefühl zusammengefasst.


Fazit und Ausblick
Es freut uns sehr, dass die Teilnehmenden am Fahrradklima-Test 2016 sehr positiv eingeschätzt haben, dass in Leipzig das Fahrrad von allen Bevölkerungsgruppen genutzt wird. Politik und Verwaltung können für die konsequente und strategische Entwicklung des Radverkehrs auf einen zunehmend starken Rückhalt in der Leipziger Bevölkerung setzen.

Über 120.000 Teilnehmer bundesweit
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2016 zum siebten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 mit rund 150.000 Euro gefördert. Über 120.000 Menschen stimmten bundesweit ab – eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2014. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 160.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der ADFC-Kreisverband Leipzig setzt sich insbesondere für eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik und der Förderung des Fahrradtourismus ein. Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2016 und bundesweite Trends finden Sie auf www.fahrradklima-test.de.

19.05.2017 - 20:02

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