ADFC Leipzig unterstützt Ausbau des ÖPNV

Fahrradstadt Leipzig. Jetzt!

Den jüngsten Aussagen von Oberbürgermeister Burkhard Jung stimmt der ADFC Leipzig zu: Leipzigs Verkehrsprobleme lassen sich nicht mit einer Steigerung des Radverkehrs um 5 % lösen - es muss mehr für den Radverkehr geschehen.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Radverkehr in Leipzig seit 1991 um 15% pro Jahr zugenommen hat. Das heißt konkret, dass 2015 die Leipzigerinnen und Leipziger insgesamt 130 Mio. Wege mit dem Rad zurückgelegt haben, während es 1991 erst 37 Mio. Wege waren. Eine Steigerung des Radverkehrsanteils ist auch weiterhin möglich und nötig.

Um die Ziele des Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum für den Radverkehr zu erreichen, müsste die Zahl der Wege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden bis 2025 lediglich auf 179 Mio. Wege ansteigen. Das wäre nur noch ein Anstieg von 8% pro Jahr. In diesem Zeitraum müsste die Zahl der ÖPNV-Nutzer jedoch von heute 138 Mio. (Jahresabschluss LVB 2015) auf 206 Mio. steigen.
Die Kapazitätsgrenze des LVB-Netzes sieht OBM Jung jedoch bei 180 Mio. Fahrgästen. Die Aussagen von OBM Jung zum Ausbau des ÖPNV in Leipzig werden vom ADFC Leipzig daher ausdrücklich begrüßt. Gebot der Stunde ist jedoch die Förderung des Radverkehrs.

Leipzig darf nicht hinter die selbst gesteckten Ziele zum Klimaschutz zurückfallen

Ein Ausbau des Straßennetzes für den Autoverkehr konterkariert alle Bemühungen zur Einhaltung der Klimaschutzziele und des Luftreinhalteplans. Die weitere und stetige Zunahme des Radverkehrs kann (zusammen mit dem Ausbau des ÖPNV) den drohenden Mobilitätskollaps in dieser Stadt verhindern. Das hat auch Oberbürgermeister Jung in seinem visionären Zukunftsbild Leipzig 2030 erkannt, das 2012 formuliert wurde. „Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen beträgt über 35%“, schrieb OBM Jung damals.

Leipzig muss zur Fahrradstadt werden

Wenn der Anstieg des Radverkehrs weiterhin um 15% pro Jahr anhält, stünde Leipzig 2030 tatsächlich bei bereits 31% Radverkehrsanteil, bzw. 292 Mio. Wegen pro Jahr mit dem Fahrrad. Dabei sind die bisherigen hohen Wachstumszahlen beim Radverkehr mit einem äußerst geringen finanziellen Aufwand erreicht worden. Nicht einmal 5 Euro pro Jahr und Einwohner werden bislang in Leipzig in den Radverkehr investiert. Eine Erhöhung dieser Mittel würde also das von OBM Jung proklamierte Ziel von 35% noch schneller erreichen lassen. Dazu beitragen könnte auch der Bau von Radschnellwegen ins Umland von Leipzig, für den seit diesem Jahr sogar Bundesmittel bereit stehen.

01.03.2017 - 16:55

Weitere Neuigkeiten

Radlertreff des ADFC Leipzig - Bildervortag
08.03.2017 | Ein Land voller Widersprüche: protzige Paläste, armselige Dörfer, zerfallene Industrieanlagen, fruchtbare Obst- und Gemüsefelder ...
Bildervortrag von Julien Demoustier und Jana Ollmann
27.01.2017 | Während die Balkanroute im Jahr 2015 als Fluchtweg aus dem Nahen Osten in Richtung Deutschland traurige Prominenz erlangte, waren Julien Demoustier und Jana Ollmann in entgegengesetzter Richtung rund 10.000 km per Rad unterwegs.
Geplante Unterführung am Equipagenweg
26.01.2017 | Aktuell laufen die Planungen für die Eisenbahnüberführung am Equipagenweg. Dieser neuralgische Punkt zwischen der Neuen Linie und dem Cospudener See soll durch einen Trog unter den Gleisen für den Rad- und Fußverkehr entschärft werden.
In Leipzig kein Winterdienst auf Radwegen
08.01.2017 | Sicherheit auf allen Verkehrswegen sollte eine ganzjährige Selbstverständlichkeit sein. Der ADFC Leipzig sieht dringenden kommunalen Handlungsbedarf für die Winterräumung der Radwege.
Bis 22.12. Anträge unterstützen
16.12.2016 | Damit sich der Radverkehr weiter so positiv entwickelt, wie wir das in den letzten Jahren beobachten konnten, braucht der Haushalt der Stadt Leipzig eine solide finanzielle Ausstattung für Belange des Radverkehrs. In den laufenden Haushaltsverhandlungen ...