3,5 Mio. Euro investiert

Nutzen für den Radverkehr bleibt oft unklar

Der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Leipzig hat seinen Bericht für 2012 vorgelegt. Darin stellt er die realisierten Infrastrukturmaßnahmen für den Radverkehr sowie die Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt dar.

Auch die Schwerpunkte der Radverkehrsförderung 2014 werden vorgestellt.


Fehlende Einordnung der Maßnahmen
Der Bericht des Radverkehrsbeauftragten beginnt erfreulich: Im Jahr 2012 wurden 3,5 Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen des Radverkehrs gesteckt. Die meisten Investitionsmittel wurden in den Bau und die Sanierung von Radwegen investiert, außerdem wurden 15 Kilometer Radfahrstreifen markiert, Ampeln neu programmiert, Wege in Grünanlagen saniert und 287 Fahrradbügel aufgestellt. Die lange Liste der Maßnahmen ist zunächst eindrucksvoll. Im Verhältnis zum Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen (z.Zt. rd. 15%) sind die eingesetzten Mittel jedoch fast unbedeutend. Zudem gibt es im Bericht keine Aussagen darüber, wie Leipzigs Radverkehr davon profitiert. Hat der Radverkehr an der Ampel nun ausreichend grün? Kann eine Straße jetzt sicherer gequert werden? Stehen die Fahrradbügel an geeigneten Zielorten oder irgendwo im Nirgendwo? „Investitionen in die Infrastruktur des Radverkehrs sind verhältnismäßig kostengünstig, sollten aber auch einen nachweisbaren Nutzen für die Radfahrenden in Leipzig haben. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.“ gibt Dr. Christoph Waack, neuer Vorsitzender des ADFC Leipzig, zu bedenken.

Ziele des Radverkehrsentwicklungsplanes
Der Bericht evaluiert erstmals die drei großen Ziele des Radverkehrsentwicklungsplans: Erhöhung des Radverkehrsanteils,  Verkehrssicherheit und Zufriedenheit mit den Radverkehrsbedingungen in Leipzig. Hierzu wurden der Verkehrsunfallbericht der Polizei, die kommunale Bürgerumfrage sowie der Fahrradklima-Test des ADFC hinzugezogen. Demnach ist die Zufriedenheit mit den Bedingungen für den Radverkehr noch auf einem niedrigen Niveau. Gegenüber den Vorjahren ist jedoch eine leichte Verbesserung der Verkehrssicherheit eingetreten.


Fahrradstraßen
Im Radverkehrsentwicklungsplan wird als ein zentrales Element der Radverkehrsförderung die Einrichtung von Fahrradstraßen genannt. Im Mittelfristigen Brücken- und Straßenbauprogramm werden die Fahrradstraßen jedoch nicht mehr benannt. „Mit dem Radverkehrsentwicklungsplan hat der Stadtrat 2012 mit großer Mehrheit auch über 20 Prüfaufträge für Fahrradstraßen beschlossen. Nun stellt sich die Frage, in welchem Umfang diese Aufträge bereits umgesetzt wurden,“ zeigt sich der neue ADFC-Vorsitzende irritiert.


Schwerpunkte 2014
Der Bericht benennt vier Schwerpunkte für 2014. Mit der Erarbeitung eines Radverkehrsnetzes wird seit 2013 die Grundlage für zielgerichtete Investitionen in den Radverkehr geschaffen. Erst mit dem Radverkehrsnetz wird deutlich, wo welche Ausbaustandards geschaffen werden müssen, wo Wegweisung notwendig wird und wo prioritär ein Winterdienst eingerichtet werden muss.
Dr. Christoph Waack abschließend: „Das Netz für den Radverkehr ist der wichtigste Baustein der Radverkehrsförderung. Es ist erfreulich, dass der Stadtratsbeschluss von 2012 nun zeitnah umgesetzt wird.“

Die Stellungnahme gibt es

Ansprechpartner:
Alexander John

03.03.2014 - 15:21

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