Effizienter bauen und städtebaulich anpassen:

Planung zu den Georg-Schwarz-Brücken veraltet

Die Georg-Schwarz-Brücken befinden sich in einem miserablen Zustand und müssen ab 2021 durch Neubauten ersetzt werden.

Dem Stadtrat wurde die Vorplanung aus den 1990er Jahren vorgelegt. Diese Planung entspricht nicht den verkehrspolitischen Zielen des STEP aus dem Jahr 2004 und seiner Fortschreibung 2015.

Der vorliegende Entwurf sprengt sämtliche städtebaulichen Maßstäbe und vernachlässigt die Anforderungen an den öffentlichen Nahverkehr sowie den Fuß- und Radverkehr. Die neuen Brückenbauwerke werden in ihrer Dimension die Berliner Brücke im Leipziger Norden noch übertreffen. Die Gesamtkosten des Projektes werden mit 50 Mio. EUR angegeben. Das entspricht laut Mittelfristprogramm des  Verkehrs- und Tiefbauamtes (VTA) den Investitionen in Neubau und Erhalt inklusive Fördermittel für mehr als einem Jahr.
m Vergleich zu den anderen Verkehrsbauten der Stadt Leipzig handelt es sich hier um eine der größten Vorhaben der letzten Jahrzehnte.

Es sollte eigentlich nach vielen Jahren intensiver und erfolgreicher Bürgerbeteilungsprozesse gelebte Verwaltungspraxis sein, dem Stadtrat und der Öffentlichkeit verschiedene Planungsvarianten vorzulegen, um sachgerechte und abgewogene Entscheidungen treffen zu können. Es ist erschreckend, dass hier der Stadtrat nach der Devise ‚Friß oder stirb‘ abgespeist werden soll.
Der ADFC Leipzig hat daher eine eigene Variante mit Brückenneubauten entworfen, die sich am Bestand orientiert und dennoch die Leistungsfähigkeit für alle Verkehrsarten erhöht. Die städtische Variante sieht ausschließlich eine Steigerung beim Kfz-Verkehr vor. 

Die Planung der Stadt ist nicht zielführend, weil sie trotz sehr hoher Kosten nicht die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse der Leipzigerinnen und Leipziger sichert.

Weitergehende Vorschläge des ADFC Leipzig zum Bau der Brückenbauwerke:

  • Die Straßenbahn wird nicht separiert und erhält ein Haltestellenkap mit angehobener Radfahrbahn.
  • Die Anbindung der Heinrich-Heine-Straße für den Kfz-Verkehr entfällt. Die Zuwegung für Rad und Fußverkehr bleibt bestehen.
  • Die Verknüpfung von S-Bahn und Straßenbahn wird vorrangig für den Fußverkehr mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet.
  • Die Radverkehrsbeziehungen im Umfeld der Brücken werden berücksichtigt, beispielsweise der bahnbegleitende Radweg unter der großen Georg-Schwarz-Brücke, der zukünftig Rückmarsdorf mit Gohlis verbinden soll.
  • Die beiden Knoten im Planabschnitt werden zu einem übersichtlichen und leistungsfähigen Knoten zusammengeführt.

Weiterführende Informationen gibt es hierzu auch im Blog des ADFC

08.02.2018 - 5:42

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