ADFC Leipzig fordert:

Promenadenring stadtverträglich gestalten

Auf dem Promenadenring um die Leipziger Innenstadt gibt es ab sofort folgende Änderung: Statt der bisher zulässigen Benutzung durch Fahrräder bei einer Mindestgeschwindigkeit von 40 km/h wird das Radfahren auf dem Promenadenring komplett verboten.

Wegen fehlender Radverkehrsanlagen sind damit wichtige Ringabschnitte per Rad nicht passierbar, insbesondere die Außenseite des Tröndlinrings, der Martin-Luther-Ring und der Abschnitt zwischen Augustusplatz und Roßplatz.

Aufgrund des politischen und medialen Druckes auf die Stadtverwaltung wurde die günstige Gelegenheit vertan, die dringend notwendige Verbesserung für den Fuß- und Radverkehr herbeizuführen – im Gegenteil: die Bedingungen wurden dadurch rechtlich und psychologisch noch verschlechtert.

Fuß- und Radverkehr leiden beide unter der miserablen Radverkehrsführung auf dem Promenadenring. Statt das Radfahren u.a. durch Radfahrstreifen attraktiv zu gestalten, wird weiter an der Vormachtstellung des Kfz-Verkehrs auf dem Promenadenring festgehalten. Dabei wäre eine Abmarkierung von Radfahrstreifen weitestgehend möglich, ohne Fahrspuren reduzieren zu müssen.

Unabhängig davon gibt es keine rechtliche Grundlage, den Radverkehr auf dem Promenadenring zu verbieten. „Es wurde eine einmalige Chance verpasst, den Verkehr auf und um den Promenadenring stadtverträglich zu organisieren“, so Alexander John, Vorsitzender des ADFC Leipzig.

Vor allem die Begründung des Radfahrverbotes am Promenadenring ruft beim ADFC Unverständnis hervor: Mit der Planung des Inneren Fahrradstraßenringes sei, laut Stadtverwaltung, eine attraktive Alternative vorhanden. Das Problem dabei ist, dass der Promenadenring zwei Mal gequert werden muss, was einen unverhältnismäßigen Zeitverlust mit sich bringt. Zudem sind dadurch etliche Ziele am Promenadenring gar nicht mehr legal per Rad erreichbar.

Nach zwei Jahren Prüfung gibt es am Promenadenring keinen Ansatz zur Verbesserung des Radverkehrs. In dieser Zeit wurden die Knoten Roßplatz, Gerberstraße und Leuschnerplatz aufwändig geplant, umgebaut bzw. saniert, ohne die angrenzenden Streckenabschnitte entlang des Ringes für Rad-und Fußverkehr hinreichend zu betrachten.

Der ADFC Leipzig fordert daher umgehend:

  • die Entfernung der Radverbots-Schilder auf dem Promenadenring,
  • die Erarbeitung eines Konzeptes, wie der Radverkehr auf dem Promenadenring mittelfristig attraktiv geführt werden kann sowie
  • eine qualitativ hochwertige Gestaltung des Promenadenringes, die wieder zum Flanieren einlädt.

Die Pressemitteilung als PDF gibt es hier.

Ansprechpartner:
Alexander John, Vorsitzender ADFC Leipzig e.V.

16.11.2011 - 2:14

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