Aus einem Brief an den ADFC Leipzig:

Radfahren auf dem Ring? Antwort des ADFC

„Leipzig ist eine der wenigen Großstädte in Deutschland, in der man selbst in Rushhour relativ problemlos vorankommt. Nicht zuletzt durch einen leistungsfähigen Innenstadtring. Warum wird das auf Drängen einiger "Rad-Enthusiasten" kaputt gemacht?

„Leipzig ist eine der wenigen Großstädte in Deutschland, in der man selbst in Rushhour relativ problemlos vorankommt. Nicht zuletzt durch einen leistungsfähigen Innenstadtring.

Warum wird das auf Drängen einiger "Rad-Enthusiasten" kaputt gemacht?

Etwas Besseres als eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur kann es doch gar nicht geben? Oder ergötzen Sie sich auch in sinnfreien Klagen wegen irgendwelcher Radwege, die es zu benutzen gilt? Ich selber komme mit dem Fahrrad auch problemlos durch die Stadt ohne künstlich Autos zu behindern.

Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht damit, dass ich alle täglichen Wege auch mit dem Rad erledigen kann. Überlassen Sie diese Entscheidung bitte mir.“

Und hier unsere Antwort:

schön, dass Sie Ihren Unmut über einige "Rad-Enthusiasten" direkt an die Interessenvertretung gesandt haben. Ihr Problem ist ganz offensichtlich, dass Sie Verkehr mit Autoverkehr gleichsetzen. Und dabei überhaupt nicht berücksichtigen, dass es diverse andere Fortbewegungsmöglichkeiten gibt, mit denen der Mensch seine Ortsveränderungen stadtverträglicher, Klima schonender, gesundheitsfördernder - und das sogar mit großem Spaßfaktor! - abwickeln kann, als wenn er nur auf das Auto fixiert ist.

Die Hälfte aller Autowege sind in unserer Stadt kürzer als 5 km: Der ideale Distanzbereich für das Fahrrad! Sie glauben sicher gar nicht, was für eine ungeahnte Flexibilität in den nötigen Ortsveränderungen insbesondere bei solchen Entfernungen mit dem Fahrrad möglich ist. Kein Stau oder Parkplatzsuchen usw. usf... Und der Mensch tut - ganz nebenbei - sogar noch etwas Gutes. Nicht nur für die Lebensqualität in dieser Stadt sondern auch noch für seine ganz persönliches Wohlbefinden!

Ihre Feststellung, dass es "etwas Besseres als eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur  doch gar nicht geben" könne, kann ich nicht teilen.

  1. Meinen Sie ja damit wiederum nur die Infrastruktur für den Kfz-Verkehr.  Für die anderen (wesentlich umweltschonenderen) Verkehrsträger, die weniger  Lärm, Abgase, Unfälle usw. erzeugen, sind die Bedingungen aber - um es ganz  diskret auszudrücken - durchaus noch nicht optimal in unserer Stadt.
  2. Müssen Sie sich schon fragen lassen, wie Sie denn mit den Herausforderungen umgehen wollen, mit denen sich unsere Gesellschaft jetzt schon, und in naher Zukunft noch viel mehr, auseinandersetzen muss, wie Klimawandel und zu erwartende Energieknappheit (globaler Aspekt) oder der gesundheitsschädigenden  Feinstaubbelastung und der (gemäß Beschlussunseres Stadtrates)  beschlossenen umwelt- und stadtverträglichen Gestaltungdes Stadtverkehrs  (lokaler Aspekt).

In jedem Falle kann ich Ihnen versichern, dass wir weit davon entfernt sind Ihnen vorschreiben zu wollen, dass Sie alle Wege per Rad erledigen sollen. Ganz sicher ist nur, dass es bei einer ganzen Menge der Ortsveränderungen in unserer Stadt auch jetzt schon  einfach praktischer ist, diese Wege mit dem umweltverträglichsten Fahrzeug  zu absolvieren. Und je attraktiver die Bedingungen für die Fahrradnutzung  sind, um so mehr Menschen werden die entsprechenden

Angebote auch nutzen.

Was die (nach Ihrer Einschätzung) "sinnfreien Klagen" gegen die Benutzungspflicht von Radwegen betrifft, will ich klarstellen, dass der Gesetzgeber schon 1997 mit der so genannten Fahrradnovelle der StVO den Benutzungszwang an sehr hohe Qualitätsstandards für zu befahrende Radwege gekoppelt hatte und mit der neuen StVO-Novelle von September 2010 die Benutzungspflicht sogar generell als "Ausnahme-Tatbestand" deklariert hat. Es gibt also allen Grund, diese gesetzlichen Vorgaben auch in Leipzig umzusetzen.

Soweit einige Anmerkungen zu Ihren Ausführungen. Natürlich konnten damit die Begründungen, warum wir uns so für ein fahrradfreundliches Leipzig engagieren, nur ansatzweise erläutert werden.

17.10.2010 - 15:36

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