Neue StVO tritt am 28.04.20 in Kraft

Verbesserungen für den Radverkehr

Haltverbot auf Schutzstreifen, Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern, Mindestüberholabstand, Schrittgeschwindigkeit für abbiegende LKW - dies sind nur einige Beispiele der neuen Straßenverkehrs-Ordnung, die den Radverkehr sicherer machen soll.

Mit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sollen, laut Bundesverkehrsministerium, Verbesserungen für den Radverkehr erreicht und das Radfahren sicherer gemacht werden. Der ADFC-Bundesverband hatte im Vorfeld kräftig gearbeitet, um mit einem eigenen Gesetzentwurf möglichst viele und weitreichende Verbesserungen für Radfahrende zu erreichen. Das Ministerium folgte dem ADFC-Entwurf in weiten Teilen.

Dies ändert sich zum Beispiel:

Generelles Haltverbot auf Schutzstreifen

Schutzstreifen für den Radverkehr trennen den Rad- und den Autoverkehr mit einer gestrichelten weißen Linie (Zeichen 340 der StVO). Autos dürfen dort zwar nicht parken, aber bislang noch bis zu drei Minuten halten. Dies führt vielfach dazu, dass die Radfahrenden Schutzstreifen nicht durchgängig nutzen können, weil ihnen haltende Autos den Weg versperren. Deshalb wird dort ein generelles Haltverbot eingeführt.

Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern

Durch eine Neufassung der bestehenden Regelung wird klargestellt, dass das Nebeneinanderfahren von Radfahrenden grundsätzlich gestattet ist. Lediglich wenn andere Verkehrsteilnehmende behindert werden, muss hintereinander gefahren werden.

Mindestüberholabstand für Kfz

Es wird ein Mindestüberholabstand von 1,5 m innerorts und von 2 m außerorts für das Überholen von zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und Elektrokleinstfahrzeugführenden durch Kraftfahrzeuge festgeschrieben. Bisher schreibt die StVO lediglich einen „ausreichenden Seitenabstand" vor.

Schrittgeschwindigkeit für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 t innerorts

Für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 t wird aus Gründen der Verkehrssicherheit innerorts Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7, max. 11 km/h) vorgeschrieben. Verstöße können mit einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro sanktioniert werden. Außerdem wird ein Punkt im Fahreignungsregister eingetragen.

Alle Neuerungen sind hier sehr schön zusammengefasst:

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/stvo-novelle-bundesrat.html

Wir hoffen, dass diese Neuerungen wesentlich zur Verbesserung des Radverkehrs beitragen. Weiterhin gilt natürlich: gegenseitige Rücksichtnahme ist oberstes Gebot!

27.04.2020 - 15:30

Weitere Neuigkeiten

Abbiegeunfälle mit Lkw vermeiden
29.06.2020 | Am Montag, den 22. Juni 2020 wurde in Leipzig eine Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Wir haben Verkehrsexperten nach Tipps zum Verhalten an Kreuzungen befragt.
Fahrradgate Sachsen
17.06.2020 | Mit 1.700 gestohlenen Rädern pro 100.000 Einwohner ist Leipzig die deutsche Hauptstadt des Fahrraddiebstahls. Sächsische Polizist*innen sollen mehr als 1.000 gestohlene Fahrräder intern weiterverkauft haben. Lesen Sie zu diesem Skandal einen Kommentar von Robert Strehler.
Weltfahrradtag am 03. Juni
29.05.2020 | Pünktlich zum Welttag des Fahrrades demonstriert der ADFC Leipzig gemeinsam mit anderen Umwelt- und Bürgervereinen für mehr Platz fürs Rad. Dafür entstehen von 7:30 bis 18:00 Uhr an fünf Orten in Leipzig so genannte Pop-Up-Radwege.
Eine mögliche Verkehrswende für die Jahnallee
11.05.2020 | Für die Leipziger Fahrradfahrer*innen rollt der Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. gemeinsam mit dem ADFC Leipzig den roten Teppich aus. Eine Autospur der Jahnallee, stadteinwärts auf dem Ranstädter Steinweg wird Schauplatz einer möglichen Verkehrswende. #MehrPlatzfürsRad
Fahrradio vom 28. April nachhören
06.05.2020 | Wie kann ein mobilitätseingeschränkter Mensch gut Rad fahren? Welche Fahrradtypen sind geeignet? Wie ist die Situation in Leipzig?