Stellungnahme zum Lärmaktionsplan

Verkehrsplanung und Lärmschutz gemeinsam denken

ADFC legt umfangreiche Stellungnahme zum Lärmaktionsplan vor / Priorität muss aktiver Lärmschutz haben / Auslösewerte zu hoch angesetzt.

Leipzig, 24. Juli 2011. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Leipzig hat zum Entwurf des Lärmaktionsplans eine umfangreiche Stellungnahme erarbeitet. Der Entwurf der Stadt Leipzig sieht als Auslösewerte 60 dB (A) nachts und 70 dB (A) tags vor.

Der ADFC Leipzig verweist in seiner Stellungnahme auch auf die vom Stadtrat beschlossenen Umweltqualitätsziele, in denen als Maximalwerte 49 dB (A) nachts und 59 dB (A) tags angestrebt werden. Diese Werte liegen bereits deutlich über den empfohlenen Werten der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Positiv wertet der ADFC Leipzig die zeitliche Einordnung sowie das breite Spektrum des Maßnahmenkatalogs, auch wenn diese erneut unter Finanzierungsvorbehalt stehen. Der ADFC Leipzig schlägt daher auch vor kurzfristige „Interimsmaßnahmen“ umzusetzen.

Der Vorsitzende des ADFC Leipzig, Alexander John, dazu:
„Mit der Markierung von Schutz- oder Radfahrstreifen neben Parkflächen kann bspw. in der Georg-Schumann-Straße relativ kostengünstig eine Lärmminderung erreicht werden.“

Mit Geschwindigkeitsreduzierungen von Tempo 50 auf 30 kann oftmals eine Reduierung von 3 dB (A) erreicht werden. Alexander John: „Besonders nachts ist es in Leipzig auf vielen Hauptverkehrsstraßen zu laut. In anderen Städten wird daher oft nachts eine Geschwindigkeitsreduzierung auch auf Hauptverkehrsstraßen angeordnet.“

Als weitere Maßnahmen schlägt der ADFC Leipzig u.a. die Einrichtung von Fahrradstraßen, die Umsetzung der Begleitmaßnahmen bei Straßenneubauten, die Einrichtung von Fußgängerzonen (mit Rad frei) sowie das Aufstellen von Fahrradbügeln auf der Fahrbahn vor.

Die Stellungnahme des ADFC Leipzig fußt auf dem Entwurf der Stadt Leipzig mit Stand April 2011. Über das Projekt „Machs leiser“ (Ökolöwe, www.machsleiser.de) und im Lärmforum der Stadt Leipzig (www.laermforum.leipzig.de) können Betroffene und Interessierte noch bis zum 31. Juli am Lärmaktionsplan mitwirken.

Alexander John
Vorsitzender

  • Die Stellungnahme finden Sie .
24.07.2011 - 23:44

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