Planungsverfahren zur KarLi

Weiteres Verfahren sollte durch Variantenauswahl und Transparenz geprägt sein

Der ADFC Leipzig begrüßt das Planungsverfahren zur Karl-Liebknecht-Straße, auch wenn aus Sicht des ADFC die Beteiligung von Interessengruppen zu einem früheren Zeitpunkt hätte stattfinden sollen.

„Wir erwarten von den Planenden, dass den weiteren Entscheidungsträgern und am Verfahren Beteiligten eine tatsächliche Variantenabwägung mit verschiedenen Verkehrslösungen und eine transparente Kostenplanung vorgelegt werden“, so Alexander John, Vorsitzender des ADFC Leipzig.

Bei der Umgestaltung der KarLi müssen nach Auffassung des ADFC unter anderem folgende Planungsgrundsätze berücksichtigt werden:

  • Beibehaltung des Boulevard-Charakters mit mindestens 7 Meter breiten Gehwegen mit durchgehendem Baumbestand,
  • barrierefreie bzw. -arme Gestaltung des Fußverkehrs,
  • Sicherstellung des Anlieferverkehrs der Gewerbetreibenden,
  • Schaffung eines durchgehenden Fußwegebandes und zusätzlicher Fahrradstellplätze.

Während die gemeinsame Führung von Straßenbahn- und Kfz-Verkehr im Abschnitt Körner-/Shakespearestraße sowie zwischen Riemann- und Windmühlenstraße den Vorstellungen des ADFC entspricht, wird es dagegen mit der derzeit vorliegenden Planung eine massive städtebauliche Verschlechterung im Abschnitt Shakespeare-/Riemannstraße geben. Leidtragende wären vor allem der Fußverkehr und die Gewerbetreibenden, die dann z.T. in den Freisitzen oder Gewerbeauslagen eingeschränkt werden.

Der geplante separate Gleiskörper würde den momentanen Charakter der KarLi stark verändern und widerspricht zudem Richtlinien und Stadtratsbeschlüssen.

„Wir fordern daher eine durchgängige Boulevardlösung mit gemeinsamer Führung von Tram- und Kfz-Verkehr, die auch die Querung für Mobilitätseingeschränkte sicherstellt“, bekräftigt Alexander John.

Der ADFC zweifelt an einer nennenswerten Beschleunigung der Straßenbahn durch einen separaten Gleiskörper und der damit verbundenen Förderfähigkeit. Alternativ bietet sich eine durchgängige gemeinsame Führung von Kfz- und Straßenbahnverkehr mit Bevorzugung der Tram durch Vorrangschaltungen und als Pulkführer, wie z.B. in der Eisenbahnstraße, an. Querungen wären überall möglich, mit zusätzlicher Hilfe durch Ampeln.

Die komplette Stellungnahme des ADFC Leipzig zur Vorplanung KarLi sowie weitere Informationen gibts im Bereich "aktuelle Projekte"


Ansprechpartner:
Alexander John
Vorsitzender ADFC Leipzig e.V.

06.01.2012 - 1:34

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